Mineralogik
Edelstein Smaragd: Entstehung & Geschichte
Smaragde wurden bereits 330 v. Chr. in Ägypten an der Kleopatra-Mine am Roten Meer abgebaut. Die Azteken und Inka verehrten Smaragde als heilige Steine. Mit der spanischen Eroberung Südamerikas gelang…
Smaragde wurden bereits 330 v. Chr. in Ägypten an der Kleopatra-Mine am Roten Meer abgebaut. Die Azteken und Inka verehrten Smaragde als heilige Steine. Mit der spanischen Eroberung Südamerikas gelangten kolumbianische Smaragde nach Europa und lösten die ägyptischen vollständig ab. Die Muzo-Mine in Kolumbien gilt bis heute als Quelle der weltbesten Smaragde.
Wie entsteht Smaragd?
Smaragde entstehen unter sehr spezifischen geologischen Bedingungen: Beryllium-reiche Pegmatite müssen auf Chrom- oder Vanadium-haltige Gesteine treffen — was geologisch sehr selten ist. Die meisten Smaragde entstehen in hydrothermalen Adern oder als Kontaktmetamorphose.
Smaragd in Geschichte und Mythologie
Die ägyptischen Smaragdminen der Kleopatra (Wadi Sikait, Rotes Meer) wurden bereits 1500 v. Chr. abgebaut. Kleopatra soll Smaragde über alles geliebt und ausländischen Würdenträgern Smaragde mit ihrem Porträt als Geschenke gegeben haben. Die spanischen Konquistadoren erbeuteten bei der Conquista enorme Mengen aztekischer und inkaischer Smaragde. Der "Mogul Mughal Emerald" (217,80 ct, um 1695 mit koranischen Inschriften graviert) ist eines der bedeutendsten islamischen Kunstwerke in Edelsteinform.
Das Jardin — Einschlüsse als Echtheitsmerkmal
Der Begriff "Jardin" (Garten) bezeichnet das Netzwerk aus Rissen, Flüssigkeitseinschlüssen und Fremdkristallen im Inneren eines Smaragds. Anders als bei anderen Edelsteinen sind Einschlüsse bei Smaragden akzeptiert — ein vollkommen reiner Smaragd wäre außerordentlich verdächtig. GIA unterscheidet: "None" (keine Behandlung, selten und teuer), "Minor" (leichte Ölbehandlung, Standard), "Moderate" bis "Significant" (stark wertmindernd).
Kolumbien, Sambia, Brasilien — Herkunft als Wertfaktor
Kolumbianische Smaragde aus Muzo, Chivor und Coscuez gelten als Weltmaßstab. Gübelin/SSEF-Zertifikat "Colombia" erhöht den Wert um 20–50% gegenüber anderen Herkunftsländern. Sambische Smaragde (Kafubu-Mine): oft höhere Klarheit, leicht blaugrünerer Ton, bei 70–80% des kolumbianischen Equivalents.
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